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| Zeichenerklärung: |
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| Ingeborg Bachmann | ||||||
![]() Salzburger Bachmann Edition Band 1 |
»MALE OSCURO« | |||||
| Aufzeichnungen aus der Zeit der Krankheit. Traumnotate, Briefe, Brief- und Redeentwürfe. |
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| HrsgIn.: Gabriella Pelloni; Isolde Schiffermüller | ||||||
| Band 1 der ersten Gesamtausgabe der Werke und Briefe Ingeborg Bachmanns | ||||||
| an der Ingeborg Bachmann Forschungsstelle des Literaturarchivs Salzburg | ||||||
| [Salzburger Bachmann Edition] | ||||||
| Piper Verlag, München-Berlin-Zürich und Suhrkamp Verlag, Berlin 2017. | ||||||
| 259 Seiten, Hardcover mit Schutzumschlag - ISBN: 978-3-518-42602-9 | ||||||
| Il male oscuro heißt ein in den sechziger Jahren erschienener Roman von Giuseppe Berto. Er, sagt Ingeborg Bachmann, habe sie ermutigt, über die eigene Krankheit zu reden. Deshalb haben Gabriella Pelloni und Isolde Schiffermüller diesen Titel für die bisher unveröffentlichten Aufzeichnungen aus der Zeit der Krankheit gewählt. Der Band präsentiert zum ersten Mal Taumprotokolle, Briefe und Rede-Entwürfe von Bachmann, in denen sie sich mit ihrer Krankheit befasst. Das Schweigen darüber wollen alle ihre Bücher seit ihrem physischen und psychischen Zusammenbruch Ende 1962 aufheben. „Male Oscuro“ möchte Bachmanns nachgelassene persönliche Schriften, die jene Krankheit zum Gegenstand haben, mit Respekt vor dem Privatleben der Schriftstellerin würdigen und ihre Integrität nicht verletzen. Das bedeutet, gerade angesichts solcher selbstentblößender Texte, die Grundlagen zu deren Verständnis zu schaffen - und zugleich den Zusammenhang von Leben und Schreiben ins Licht zu rücken. So werden "Grund und Boden" des schreibenden Ichs verstehbar, denn in dieser Edition wird Bachmanns Leben, so schwierig und kaum auf den Begriff zu bringen es ist, ein signifikanter Stellenwert auch für ihre Werke eingeräumt. Das Leben-Wollen, ein Leben, das mehr als Überleben ist, es bildet den würdigsten Gegenstand jeder poetologischen Erforschung des Verhältnisses von biografischer Wirklichkeit und literarischer Fiktion. |
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[Klappentext] |
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| Leseprobe | ||||||
| Vorwort [Suhrkamp Verlag] : S. 7-11 | ||||||
| und Traumnotate und Aufzeichnungen", S. 17 - 19. | ||||||
| Buchbesprechungen | ||||||
| Neue Wœrtlichkeit | ||||||
| Rike Zierau: Male oscuro | ||||||
| Literaturkritik.de - Nr. 3/ März 2017 | ||||||
| Stefan Höppner: Krankheit dunkler Erdteil | ||||||
| Die neue Ingeborg Bachmann-Werkausgabe beginnt mit intimen Aufzeichnungen aus einer schweren Krise. | ||||||
| medienimpulse, Jg.55, Nr. 3, 2017 | ||||||
| Veronika Zoidl: Rezension: Ingeborg Bachmann. "Male oscuro". | ||||||
| Aufzeichnungen aus der Zeit der Krankheit von Isolde Schiffermüller und Gabriella Pelloni (Hg.) | ||||||
| Aviva - Online Magazin für Frauen 21. Juni 2017 | ||||||
| Silvy Pommerenke: Ingeborg Bachmann - Male Oscuro |
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| Aufzeichnungen aus der Zeit der Krankheit. | ||||||
| Bachmann hat den Ausdruck Male Oscuro (wörtlich übersetzt "das dunkle Übel") von dem italienischen Autor Giuseppe Berto übernommen, der 1964 einen gleichnamigen Roman veröffentlichte. Genau wie ihr italienischer Kollege widmet sie sich in dieser Schrift den bis heute in der Gesellschaft mit vielen Stigmata belegten psychischen Erkrankungen. Bachmann, selbst davon betroffen (sie bezeichnet den Zustand euphemistisch als "Misere"), wagt hiermit den Schritt an die Öffentlichkeit - in den 60er Jahren fast ein Ding der Unmöglichkeit. Verklausuliert verfasst als "Bericht an eine Ärzteschaft" - der eine Brücke zwischen autobiographischem und literarischem Schreiben darstellt -, hatte Bachmann etwas anderes im Sinn (deswegen auch der von den Herausgeberinnen gewählte Untertitel "Aufzeichnungen aus der Zeit der Krankheit"). Sie wollte die Scham überwinden, die die meisten Patientinnen davon abhält, darüber zu reden. Sie wollte den Leserinnen ihre persönlichen Erfahrungen "zumuten". Offiziell erhält sie die Diagnose "vegetative Dystonie" aber auch "endogene Depression". Vermutlich aber eher Verlegenheitsdiagnosen der Ärzte, denn die Symptome wie Angststörungen, Panikattacken, extreme Kopfschmerzen sowie Schwindel- und Ohnmachtsanfälle, unter denen Bachmann litt und die sie zu häufigen Klinikaufenthalten zwangen, sind auch für die Literatin kaum in Worte zu fassen. Sie wagt sich nach Aufforderung ihres Psychotherapeuten trotzdem daran, und der Text vom 7. Januar 1965 trägt den Titel "Versuch, es herauszubekommen". Aber die Lyrikerin, deren Heimat die Sprache ist, scheitert dabei und es bleibt bei einem unbeholfenen Versuch. Uwe Johnson, ein sehr guter Freund von ihr, gelingt es scheinbar besser. Vielleicht, weil er es mit dem objektiven Auge des Außenstehenden beurteilt: "Nach ihren sehr ungefähren Andeutungen kann man ihre Krankheit zurückführen auf psychische Belastung, die bei einer Übermässigkeit die Funktion von Kopfnerven stört, was wiederum den Kreislauf verhagelt. Sie ist öfters nicht bei Bewusstsein, muss bei Krämpfen im Bett festgehalten werden, wird auch unablässig unter Betäubungsmitteln gehalten. [...]" |
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| Suhrkamp Verlag - Nachricht v. 08.03.2017 | ||||||
| Hans Höller: Zu zwei Besprechungen des Male oscuro- Bandes in der FAZ | ||||||
| Entgegnung zu zwei Artikeln in der FAZ: | ||||||
| Andreas Kilb: "Geschüttelt und gerührt" (FAZ, 24.02.2017) | ||||||
| Kai Sina: Male oscuro – Ingeborg Bachmann (FAZ, 18.02.2017) | ||||||
| Mit gemischten Gefühlen bespricht Kai Sina den Auftakt der monumentalen Salzburger Gesamtausgabe der Werke und Briefe Ingeborg Bachmanns. Schon die Entscheidung des Verlags, hier erstmals die bisher unveröffentlichten - und auch nicht zur Publikation bestimmten - therapeutischen Traumaufzeichnungen, Briefe, Briefentwürfe und Bachmanns fiktive Rede an die Ärzteschaft herauszugeben, lässt den Kritiker mit Fragezeichen, vor allem aber mit Schaudern zurück: Geradezu abgründig erscheint ihm der Blick in Bachmanns "komplexbeladene" Vater-Beziehung, ihr traumatisches Verhältnis zu Max Frisch, ihr Ekel vor dem Literaturbetrieb oder ihre Ängste vor der eigenen Ermordung. Dem Eindruck eines gewissen boulevardesken Voyeurismus' kann sich Sina während der Lektüre nicht entziehen, wenngleich er den Herausgeberinnen zustimmen muss, die in ihrem umfangreichen Überblickskommentar auf die "werkgenetische Bedeutung" der Texte aufmerksam machen. Das besondere Interesse des Rezensenten gilt allerdings der künstlerischen Qualität der Texte, die er auch als "prosagedichtartige Miniaturen" oder Erzeugnisse einer Écriture automatique liest. | ||||||
| Pressespiegel | ||||||
| TAZ - Deutschlandfunk Kultur - Die Zeit - Der Spiegel - Tagesspiegel - Der Standard - Neue Zürcher Zeitung | ||||||
| Perlentaucher - Kultur und Literatur Online: | ||||||
| Ingeborg Bachmann: Male Oscuro | ||||||
| [Zu Rezensionen aus: NZZ - 06.01.2017 und 25.02.2017 - Süddeutsche Zeitung - 21.03.2017 - Die Tageszeitung - 15.03.2017 - Die Zeit 23.02.2017 - FAZ 18.02.2017 | ||||||
| Information zu dieser Seite: | Zeichenerklärung: |
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| © Ricarda Berg, erstellt:
Mai 2025, letzte Änderung:
17.04.2026 http://www.ingeborg-bachmann-forum.de - E-Mail: Ricarda Berg |
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